Glossar

Sonderpädagogischer Förderbedarf ist innerhalb der § 15 sowie § 82 des Schulgesetzes in Baden-Württemberg geregelt. Er ist bei Kinern und Jugendlichen anzunehmen, die in ihren Bildungs- Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten so beeinträchtigt sind, dass sie im Unterricht der allgemeinen Schule ohne sonderpädagogischer Unterstützung nicht hinreichend gefördert werden können. Dabei spielen sowohl medizinisch erkennbare Schädigungen  als auch sozio-kulturelle Ursachen eine entscheidende Rolle für eine solche Förderung. Die Begrifflichkeit des „Sonderpädagogischen Förderbedarfs“ geht zurück auf die Kultusministerkonferenz im Jahre 1994 die damit die Klassifikation der „Sonderschulbedürftigkeit“ ablöste.

Die Frühförderung umfasst medizinische, pädagogische und therapeutische Unterstützungsangebote für Eltern und Kindern im Alter von null bis sechs Jahren, bei denen sich körperliche, geistige oder seelische Entwicklungsverzögerungen zeigen oder die von Behinderungen betroffen sind. Sie beinhaltet sowohl die Arbeit mit Kindern als auch die Beratung und Begleitung der Eltern.

Diese Art der Wohnform wird auch häufig mit den Begriffen „Community Care“ oder „Gemeinweseneinbindung“ gleichgesetzt. Dabei wird auf eine höchstmögliche Teilhabe und Teilhabequalität von Menschen mit Behinderung abgezielt. Das Konzept des Gemeindeintegrierten Wohnen entstand aus der Erkenntnis, dass es eben nicht genügt, nur in die Schaffung neuer Wohnformen zu investieren, sondern dass zugleich auch soziale Netzwerke und Kontakte im Gemeinwesen aufgebaut werden müssen. Daher kann diese Möglichkeit des Wohnens als ein sozialraum-orientiertes Steuerungsmodell für Verwaltungen auf lokaler Ebene verstanden werden, welches einen Rahmen darstellt, in dem soziale Dienstleistungen flexibel auf die Bedürfnisse von Individuen angepasst und angeboten werden. Solche Dienstleistungen sollen jedoch keineswegs nur durch spezielle professionelle Dienstleister (Träger der Behindertenhilfe etc.) sondern vor allem auch durch Nutzung allgemeiner Sozial- oder Bildungssysteme erfolgen.

Die Aufgabe von Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation und den Integrations-fachdiensten ist eine flächendeckende, trägerübergreifende sowie ortsnahe Unterstützung für alle Menschen mit Behinderungen sowie deren Arbeitgebern. Zentrales Anliegen dieser Dienste ist es, die im SGB IX dargestellte Selbstbestimmung und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe dieser Personengruppe zu ermöglichen.

Heilpädagogik ist ein Wissenschaftszweig der Pädagogik, in dessen Zentrum die Bildung, Erziehung, Förderung und Therapie von Kindern und Jugendlichen steht, die von einer Behinderung oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Entwicklungsbeeinträchtigung betroffen sind. 

Independent Living Movement“ kann in das Deutsche übersetzt werden als „Soziale Bewegung für ein unabhängiges Leben von Menschen mit Behinderungen“. Ziel dieser Bewegung ist es, ein selbstbestimmtes und weitgehend autonomes Leben von Behinderten innerhalb der Gesellschaft ermöglichen.

Der Index für Inklusion beinhaltet erstens eine Sammlung von Materialien, Fragen etc. zu der Qualität hinsichtlich sämtlicher Gesichtspunkte einer Bildungseinrichtung, bei der die Möglichkeit besteht, dass ausnahmslos alle Menschen die Einrichtung besuchen können und somit eine alltägliche Inklusion von Menschen mit Behinderung erfolgt. Zweitens gibt er zahlreiche Anregungen zur Entwicklung und Veränderung von sämtlichen innerbetrieblichen Vorgängen etc. Mit dem Index sollen die Einrichtungen lernen, die Unterschiedlichkeiten von allen Menschen als Bereicherung für die Einrichtung zu verstehen und zu nutzen. Insgesamt zielt der Index daher auf die Erkennung und Förderung der Unterschiedlichkeiten von allen Menschen innerhalb einer Einrichtung. 

Der Begriff der „Inklusion“ beschreibt eine soziale Forderung, welche durch die vollständige gesellschaftliche Teilhabe und Akzeptanz von Menschen und deren Individualität verwirklicht wird. Die Unterschiede und Verschiedenartigkeit von Menschen werden bei der „Inklusion“ zwar wahrgenommen, jedoch sind diese gewollt und erwünscht, da sie eine Heterogenität der Gesamtgesellschaft darstellen. Einschränkungen oder Ausgrenzungen an der öffentlichen Teilhabe z.B. für Menschen mit Behinderung erfolgen in einer inklusiven Gesellschaft nicht.

Integrationsbetriebe sind rechtlich und wirtschaftlich unabhängige Betriebe, die im Wettbewerb mit anderen Firmen stehen und in den meisten Fällen zwischen 25 und 50 Prozent Menschen mit Behinderung beschäftigen. Diese werden dabei speziell gefördert und weitergebildet. Das Ziel dieser Betriebe ist es, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung in anderen Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes eine Stelle finden. Dadurch haben Integrationsbetriebe eine Brückenfunktion zwischen Arbeitsplätzen der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und denen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Damit eine wirtschaftliche Chancengleichheit besteht erhalten Integrationsbetriebe von den Integrationsämtern einen finanziellen Ausgleich (Förderpauschalen, Nachteilsausgabe etc.) für jede schwerbehinderte Person, die dort arbeitet.

Job Coaching ist ein betriebsinternes und zeitliches Arbeitstraining bei dem Arbeitsgänge strukturiert und Arbeitstätigkeiten trainiert werden. Ziel dabei ist es, dass der Beschäftigte für die ihm zukünftig übertragenen Aufgaben qualifiziert wird. Dies geschieht mithilfe eines professionellen Trainers über die gezielte Förderung und die Vermittlung arbeitsrelevanter Kenntnisse und Fertigkeiten. In den letzten Jahren würde dieses Konzept zunehmend auf die Qualifizierung von schwerbehinderten Menschen am Arbeitsplatz übertragen. Es handelt sich dabei um eine arbeitsbegleitende Qualifizierung am Arbeitsplatz. Die für diesen Prozess anfallenden Kosten werden im Regelfall durch die Integrations-ämter, die Rentenversicherungsträger oder die Berufsgenossenschaften getragen.

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