Gemeinsam einen Bach entdecken

Ausgerüstet mit einer Forschungsausrüstung (siehe Materialliste) und wassertauglichen Schuhen begibt sich die Gruppe in ein Bachabenteuer. Wer möchte, kann die Schuhe auch weglassen und barfuß gehen.

Ablauf

Zunächst kann der Bach mit verbundenen Augen wahrgenommen werden. Dazu legen die Teilnehmenden Augenbinden an, stellen sich hintereinander in einer Reihe auf und legen die Hände auf die Schulter der Person vor ihnen. Die Gruppenleitung bleibt sehend und führt die Gruppe an. Im Schneckentempo und vorsichtig mit den Füßen tastend wird nun ein Bachabschnitt erkundet. Das erfordert Mut und Vertrauen, die Gruppe bietet jedoch Halt und Sicherheit.

Danach beginnt die Forschungsreise: Zunächst wird dem Wasser zugehört. Dies kann mithilfe von langen Stöcken geschehen. Diese werden zum Beispiel an einem Strudel ins Wasser gestellt und an ihrem oberen Ende ans Ohr angelegt. Der Stock überträgt die Geräusche des Wassers, die sich an unterschiedlichen Stellen im Bach auch unterschiedlich anhören.
Wenn vorhanden können für das Abhören des Wassers auch Stethoskope verwendet werden. Vorsicht: Über das Stethoskop kann die Geräuschübertragung sehr laut sein!

Anschließend drehen die Teilnehmenden verschiedene Steine um und schauen nach, was darunter hervorkommt. Vielleicht kleine Krebse, Schnecken, Bachflohkrebse, Köcherfliegenlarven oder andere Tiere? Diese können mit dem Kescher, Sieb oder der Becherlupe gefangen, angeschaut und anhand der Bestimmungskarten bestimmt werden. Danach werden die Tiere wieder freigelassen!
Meistens sind die Teilnehmenden über die Vielfalt der kleinen Lebewesen im Bach sehr überrascht, weil sie sie vorher gar nicht wahrgenommen haben.

Am Ende des Angebots versammeln sich alle Teilnehmenden außerhalb des Baches. Gemeinsam werden Eindrücke ausgetauscht.

Ein Angebot aus dem Heft „Inklusive Methoden für draußen von und für Outdoorfans“ (2021) Kreisjugendring Rems-Murr e.V. Backnang, S. 59.

 

  • Dieses Angebot bezieht sich auf die Inklusion von Menschen mit folgenden Behinderungsformen

    • Körperliche Behinderung
    • Lernbehinderung / -schwierigkeiten
    • Psychische (seelische) Behinderung
    • Sinnesbehinderung
      • Hörbehinderung
      • Sehbehinderung
    • Sprachbehinderung

    Weitere Informationen

    Ob die Durchführung mit körperlichen Einschränkungen machbar ist, muss vorher individuell abgeklärt werden.

    Ebenfalls vorher abgeklärt werden sollte, ob die Teilnehmenden Phobien oder Ängste vor bestimmten Tieren haben, die in oder an einem Bach leben. Gibt es Teilnehmende mit Vorbehalten, sollten diese ihre Schuhe anbehalten und nicht barfuß in den Bach gehen. So wird direkter Hautkontakt mit den Tieren vermieden.

  • Anwendende

    An diesem Angebot kann jede Person teilnehmen und gegebenenfalls in der Durchführung durch die anleitende Person beziehungsweise durch weitere Teilnehmende gut unterstützt werden. Lediglich für Nichtsehende und Menschen mit Mobilitätseinschränkung ist eine Teilnahme nur bedingt möglich.
  • Gruppengröße

    2 bis 8 Personen: Die Gruppengröße sollte bei diesem Angebot eher klein gehalten werden. Laufen zu viele Personen gleichzeitig im Bach, kann unter Umständen so viel Schmutz aufgewirbelt werden, dass die Sicht sehr getrübt wird. Diese Gefahr besteht vor allem bei Bächen mit schwacher Strömung.
  • Durchführungsort

    Der ausgewählte Bachabschnitt muss zu den Ansprüchen der Teilnehmenden passen. Sind zum Beispiel Personen mit Mobilitätseinschränkung unter den Teilnehmenden, sollten keine (unüberwindbaren) Barrieren vorhanden sein. Böschungen und Felsen können zum Beispiel große Hindernisse darstellen.
  • Material

    Pro teilnehmende Person:
    • Augenbinde
    • Becherlupe
    • wasserfeste Bestimmungskarte (Tiere und Pflanzen im Bach)
    • Kescher
    • Sieb
    • Sammelbehälter (zum Beispiel Kunststoffschalen)
    • langer Holzstock mit circa 2 bis 3 cm Durchmesser oder Stethoskop
    • wassertaugliche Schuhe

    Allgemein:
    • Erste-Hilfe-Set (wenn die Teilnehmenden barfuß im Wasser sind, können sich zum Beispiel an spitzen Steinen schneiden)

Personalbedarf

Anzahl: 2 Personen

Weitere Informationen

Auch bei kleinen Gruppen empfehlen sich mindestens zwei betreuende Personen. Barfuß im Wasser laufen birgt eine gewisse Verletzungsgefahr (zum Beispiel Schnitte an spitzen Steinen). Dies führt zu einem größeren Betreuungsaufwand.

Zeitaufwand

Vorbereitung: 2 Stunde(n)

Durchführung: 2 Stunde(n)

Nachbereitung: 2 Stunde(n)

Vorbereitung: Besorgung des Materials, Sichtung des Baches

Durchführung: Für die Entdeckung des Bachs sollte mindestens eine Stunde (bis ungefähr zwei Stunden) Zeit eingeplant werden.

Nachbereitung: Eine Nachbereitung ist nicht notwendig.

Kostenaufwand

Kosten
100 Euro

Weitere Informationen

Je nachdem, ob das Material aus eigenen Beständen abgedeckt werden kann oder gekauft werden muss, können Kosten anfallen. Falls vorhanden können die Teilnehmenden das Material auch selbst mitbringen.

Ansprechperson / -organisation

Weitere Informationen

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