Inklusives Kochen

Gemeinsames Kochen eignet besonders gut, um Menschen mit und ohne Behinderung gegenseitig für ihre Bedarfe zu sensibilisieren und sich kennenzulernen.

Gemeinsam denken sich die Teilnehmenden einen Menü-Plan aus und schreiben eine Einkaufsliste. Danach werden alle Zutaten gemeinsam eingekauft. Je nach Bedarf und zeitlicher Ressource kann diese Vorbereitung auch von den anleitenden/betreuenden Personen vorab durchgeführt werden. Die Aktion mit den Teilnehmenden fokussiert sich dann ausschließlich auf das Kochen.

Die Teilnehmenden bearbeiten in Tandems oder kleinen Gruppen je ein Rezept (Vorspeise, Hauptgang, Nachtisch). Dabei entscheiden die Teilnehmenden selbst, wer welche Aufgabe übernimmt. Mögliche Aufgaben können sein: die Zutaten vorbereiten (waschen, schneiden und so weiter), die Arbeitsflächen sauber halten, benutztes Arbeitsmaterial laufend spülen und aufräumen, umrühren, das Rezept im Auge behalten und auf das Timing achten, …
Gegenseitige Unterstützung und Hilfe ist Teil der Aufgabe. Zunächst sollen die Teilnehmenden untereinander nach Unterstützung fragen wenn sie diese benötigen, bevor sie auf eine betreuende Person zugehen.

Wenn alles fertig zubereitet ist, wird gemeinsam gegessen. Dabei können sich die Teilnehmenden austauschen: Was hat Spaß gemacht? Was war herausfordernd? Wie hat die Zusammenarbeit geklappt? Und ganz wichtig: Wie schmeckt das Essen?

Abschließend wird die Küche gemeinsam aufgeräumt und geputzt.

Ziel der Methode ist es, den Teilnehmenden einen Raum für Selbstwirksamkeitserfahrungen zu eröffnen. Betreuende Personen halten sich soweit wie möglich aus dem Arbeitsprozess heraus. Sie geben den Teilnehmenden maximalen Freiraum selbst zu planen (Menü, Einkaufsliste), etwas gemeinsam umzusetzen (Gerichte kochen) und auszuwerten (Austausch beim gemeinsamen Essen). Entlang des gemeinsamen Kochens lernen sich die Teilnehmenden kennen, sensibilisieren sich für ihre Bedarfe, unterstützen sich und lernen voneinander.

  • Dieses Angebot bezieht sich auf die Inklusion von Menschen mit folgenden Behinderungsformen

    • Körperliche Behinderung
    • Lernbehinderung / -schwierigkeiten
    • Psychische (seelische) Behinderung
    • Sinnesbehinderung
      • Hörbehinderung
      • Sehbehinderung
    • Sprachbehinderung

    Weitere Informationen

    Vor der Aktion sollte abgeklärt werden, welche Unterstützungsbedarfe einzelne Teilnehmenden haben. Je nach Behinderung kann es sinnvoll sein, eine eigene Betreuungsperson zu Verfügung zu stellen. Weiter muss entlang der individuellen Bedarfe auch die Räumlichkeit im Vorfeld angepasst werden. Rollstuhlfahrenden benötigen Arbeitsflächen, die auch im Sitzen vollumfänglich nutzbar sind (Standard-Küchen haben zu hohe Arbeitsflächen).

    Bitte beachten: Je nach Behinderungsform kann eine persönliche oder technische Assistenz/Pflege erforderlich sein.

  • Gruppengröße

    6 - 12 Personen: Geht man von einem 3-Gänge Menü aus, sind 2 Personen pro Gang das Minimum und 4 Personen pro Gang das Maximum. Grundsätzlich richtet sich die Personenzahl aber nach dem vorhandenen Platz und den Betreuungsmöglichkeiten.
  • Fläche

    Grundsätzlich gibt es keinen festgelegten Platzbedarf. Die Küche (oder der Ort an dem gekocht wird, beispielsweise an einem Lagerfeuer) muss genügend Arbeitsfläche für alle Teilnehmenden bieten.
  • Durchführungsort

    Der Ort des Kochens muss genügend Arbeitsfläche für alle Teilnehmenden zur Verfügung haben. Er sollte außerdem modifizierbar für die Bedarfe der Teilnehmenden sein. Für Rollstuhlfahrende sollte zum Beispiel ein Tisch in der richtigen Arbeitshöhe zur Verfügung stehen. Standard-Küchen haben zu hohe Arbeitsflächen, um im Sitzen daran arbeiten zu können. Der Ort des Kochens muss aber keine Küche sein. Es ist auch möglich die Methoden draußen durchzuführen (zum Beispiel Kochen am Lagerfeuer).
  • Material

    Sollte keine eigene Küche oder ein sonstiger Ort zum Kochen vorhanden sein, können externe Küchen angemietet werden, zum Beispiel in Schulen, Volkshochschulen, Jugendhäusern und so weiter. Dort sind in der Regel auch alle benötigten Kochutensilien vorhanden.

    Was dort nicht vorhanden ist, kann gegebenenfalls aus privaten Beständen bedient werden. Outdoor-Kochen kann an jeder ausgewiesenen öffentlichen Grillstelle durchgeführt werden.

Personalbedarf

Anzahl: 3 Personen

Weitere Informationen

Ausgehend von einem 3-Gänge-Menü sollte pro Kochgruppe eine betreuende Person zur Verfügung stehen. Weiterer Personalbedarf richtet sich nach den Teilnehmenden und gegebenenfalls notwendiger individueller Betreuung.

Zeitaufwand

Vorbereitung: 3 Stunde(n)

Durchführung: 3 Stunde(n)

Nachbereitung: 3 Stunde(n)

Die Vorbereitung (Menü-Planung, Einkaufsliste schreiben, Einkaufen) MIT Teilnehmenden beansprucht etwa 3 Stunden. Wird diese Vorbereitung vom Personal übernommen, ist diese Zeit kürzer.

Die Durchführungszeit für das Kochen richtet sich nach der Komplexität der Gerichte. Für das gemeinsame Essen und den Austausch (wird ebenfalls zur Durchführung gerechnet) sollte ebenfalls genügend Zeit eingeplant werden.

Zur Nachbereitung gehört vor allem das Aufräumen der Kochstelle wie Spülen, Geschirr einräumen, gegebenenfalls Fegen und Wischen, Müll entsorgen und so weiter.

Kostenaufwand

Kosten
150 Euro

Weitere Informationen

Die Kosten setzen sich aus folgenden Teilen zusammen:

• Was wird gekocht? (Kosten der entsprechenden Lebensmittel)
• Wie viele Menschen nehmen teil? (Menge der Lebensmittel)
• Muss eine Küche angemietet werden?
• Ist das benötigte Arbeitsmaterial vorhanden?

In der günstigsten Variante fallen nur die Kosten für die Lebensmittel an.

Ansprechperson / -organisation

Weitere Informationen

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