Schminkworkshop

Die Idee des Schminkworkshops basiert auf dem, wie er umgangssprachlich genannt wird, „Mädelsabend“. Sprich, ein Treffen unter Freundinnen*, bei dem aktuelle Neuigkeiten ausgetauscht werden, zusammen gegessen wird und mit Quarkmaske und Gurken auf den Augen vor allem viel miteinander gelacht wird. Eine sehr plakative Umschreibung, aber die Grundidee wird dadurch anschaulich. Der Schminkworkshop für Menschen mit Behinderung möchte nicht weniger als das: ein Gefühl des Zusammenseins vermitteln, Spaß miteinander haben und ganz nebenbei lernen, wie im Rahmen der individuellen Möglichkeiten Hautpflege und Schminken umsetzbar ist – und das nicht nur für Mädchen*!

Menschen mit Behinderung können durch eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung nicht oder nur teilweise in der Lage sein, ihre Haut zu pflegen oder sich zu schminken. Vor allem bei jungen Menschen in der Pubertät, in der sich das Hautbild stark verändern kann, kann dies zur Herausforderung werden.

Im Rahmen des Schminkworkshops haben die Teilnehmenden die Gelegenheit zu lernen, wie gute Hautpflege funktioniert, was beim Schminken zu beachten ist und sie können herausfinden, was sie im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten selbst umsetzen können.

Den Workshop sollte ein*e professionelle*r Kosmetiker*in oder Visagist*in geleitet werden. Daneben sind Betreuungspersonen für die individuelle Unterstützung der Teilnehmenden wichtig.

Während des Workshops geht es vor allem darum zu verstehen, wie individuell die Bedürfnisse von Haut sind und wie eine sinnvolle Pflege dementsprechend aussehen kann. Ein*e Kosmetiker*in leitet die einzelnen Schritte an (Reinigung, cremen und so weiter) und die Teilnehmenden werden bei Bedarf von Betreuungspersonen unterstützt.

Die generelle Umsetzung des Workshops kann frei gestaltet werden: wird nur die Pflege oder auch das Schminken behandelt? Sollen die Teilnehmenden jeden Schritt ausführen oder werden nur ausgewählte Bereiche der Hautpflege/des Schminkens praktisch umgesetzt? Ein umfangreicher Workshop kann zusätzlich auch gemeinsames Essen beinhalten.

  • Dieses Angebot bezieht sich auf die Inklusion von Menschen mit folgenden Behinderungsformen

    • Körperliche Behinderung
    • Lernbehinderung / -schwierigkeiten
    • Psychische (seelische) Behinderung
    • Sinnesbehinderung
      • Hörbehinderung
      • Sehbehinderung
    • Sprachbehinderung

    Weitere Informationen

    Vor dem Workshop sollte mit jeder*m Teilnehmenden individuell abgeklärt werden, ob Allergien oder Unverträglichkeiten auf Wirkstoffe bestehen, die in Kosmetika enthalten sein können.

    Bitte beachten: Je nach Behinderungsform kann eine persönliche oder technische Assistenz/Pflege erforderlich sein.

  • Gruppengröße

    Optimal sind etwa 3 - 5 Personen. Für den Schminkworkshop sollte die Gruppengröße nicht zu groß gewählt werden. Es soll genügend Zeit und Raum für die individuelle Beratung der Teilnehmenden vorhanden sein.
  • Fläche

    Für einen Schminkworkshop mit circa 3-5 Teilnehmenden, ist nicht viel Platz notwendig. Grundsätzlich richtet sich der Platzbedarf nach der Gruppengröße und den Bedarfen der Teilnehmenden. Bewegen sich beispielsweise viele Teilnehmende mit einem Rollstuhl, wird ein Raum benötigt, der genügend Bewegungsfreiheit beinhaltet.
  • Durchführungsort

    Der Ort sollte über genügend Tische verfügen, an denen die Teilnehmenden ihre Pflege- und Schminkutensilien ablegen können. Eine gute Beleuchtung ist zudem sehr wichtig. Bei schlechten Lichtverhältnissen kann mit Tischlampen ausgeholfen werden.
  • Material

    In Absprache mit der*dem Kosmetiker*in wird eine Materialliste zusammengestellt. Diese beinhaltet alles, was jede*r Teilnehmende für den Workshop braucht: Hautpflegeprodukte, Schminkprodukte, Wattepads, Kosmetiktücher, gegebenenfalls Haarbürste, Haargummis. Um den Materialbedarf festzustellen, ist es wichtig gemeinsam festzulegen, worum es im Workshop gehen soll: geht es um Hautpflege oder Schminken oder beides?

    Ist die Liste zusammengestellt, gilt es zu unterteilen, was die Teilnehmenden selbst mitbringen sollen (zum Beispiel die eigene Haarbürste, eigene Produkte, die auf Grund von Allergien verwendet werden und so weiter). Die übrigen Dinge werden vor dem Workshop eingekauft. Hier kann es sich auch lohnen in Drogerien nach kostenlosen Proben zu fragen.

    Jede*r Teilnehmende benötigt außerdem einen Tischspiegel und gute Beleuchtung (zum Beispiel eine Schreibtischlampe).

Personalbedarf

Anzahl: 2 Personen

Weitere Informationen

Neben dem*der Kosmetiker*in sollte mindestens eine weitere Betreuungsperson vor Ort sein. Je nach dem individuellen Bedarf der Teilnehmenden auch mehr. Mit den Teilnehmenden sollte vorab abgeklärt werden, welche individuelle Unterstützung benötigt wird. Die entsprechenden Betreuungspersonen benötigen keine spezielle Qualifikation, sie unterstützen die Teilnehmenden lediglich beim Verwenden der Materialien.

Zeitaufwand

Vorbereitung: 2 Stunde(n)

Durchführung: 2 Stunde(n)

Nachbereitung: 2 Stunde(n)

Die Vorbereitungszeit umfasst die Absprache mit dem*der Kosmetiker*in, den Einkauf des benötigten Materials und gegebenenfalls die Vorbereitung der Örtlichkeit in der der Workshop stattfindet.

Der Workshop selbst dauert ungefähr 2 Stunden, was aber individuell von der Gruppe, ihren Bedarfen und der Größe abhängig ist.

Die Nachbereitung umfasst vor allem das Aufräumen und Reinigen der Arbeitsflächen.

Kostenaufwand

Kosten
250 Euro

Weitere Informationen

Eine minimale Kostenvariante umfasst eine kosmetische Fachkraft, die den Workshop ehrenamtlich durchführt und Material, das aus dem Bestand der Teilnehmenden und kostenlosen Proben zusammengestellt werden kann.

Kostenintensivere Varianten können das Honorar der Fachkraft, Material- und Raumkosten umfassen.

Ansprechperson / -organisation

Weitere Informationen

Ehrenamtsbörse „Itimi“
Sie haben selbst eine Behinderung und möchten sich ehrenamtlich engagieren?
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Dann informieren Sie sich gerne bei der Ehrenamtsbörse Itimi über Ihre Möglichkeiten!

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