BIB – Beschreiben, Interpretieren, Bewerten

BIB ist eine Methode, die interkulturelle Kompetenz fördert und sich auch gut auf verschiedene Situationen und Vielfaltsmerkmale übertragen lässt. Sie setzt sich aus diesen Kernbestandteilen zusammen:

  • Beschreibung: Was sehe ich direkt vor mir?
  • Interpretation: Was denke ich über das, was ich sehe?
  • Bewertung: Was fühle ich über das, was ich denke? Sind die Gefühle positiv oder negativ?

Den Teilnehmenden wird ein sogenanntes „Ding der Woche“ vorgestellt, das die anleitende Person selbst mitbringt. Dieser Gegenstand sollte nicht allen bekannt sein und auf den ersten Blick vielleicht sogar unnütz erscheinen. Ein Beispiel dafür ist ein faltbarer Handtaschenhalter.

 

Runde 1

  • Das „Ding der Woche“ wird reihum herumgereicht. Die Teilnehmenden schauen sich den Gegenstand an und sagen nacheinander, was sie darüber denken.
  • Die anleitende Person notiert jeden Gedanken in Stichworten auf einer eigenen Karte.
  • Nachdem alle Teilnehmenden an der Reihe waren, ordnet die Gruppe das Mitgeschriebene den folgenden Kategorien zu:

Beschreibung (Beispiel: „Es ist gelb.“)
Interpretation (Beispiel: „Man braucht es in der Küche.“)
Bewertung (Beispiel: „Es hat eine gute Qualität.“)

 

Runde 2

  • Nun sollen die Teilnehmenden den Gegenstand nochmal gemeinsam anschauen und ihn nach der Struktur „Beschreiben-Interpretieren-Bewerten“ analysieren.
  • Meistens werden in Runde 1 schon viele Gedanken genannt, die zur Kategorie „Bewertung“ gehören. In Runde 2 sollen deshalb auch die anderen Kategorien mit Gedanken gefüllt werden.
  • Danach wird aufgelöst, was das „Ding der Woche“ eigentlich ist. Außerdem wird der Bewertungsprozess der Teilnehmenden gemeinsam reflektiert.

 

Alternative

Anstelle eines Gegenstandes erhalten die Teilnehmenden ein Foto von einer Situation. Der Kontext dieser Situation kann jedoch nicht eindeutig zugeordnet werden. Das Foto kann zum Beispiel eine Hängebrücke zeigen, die über einem nicht sichtbaren Tal verläuft.

 

Ziel der Übung

Ziel ist es, zu erkennen, dass Gegenstände, Personen und Situationen oft sehr
schnell bewertet werden, ohne diese zuerst zu beschreiben und zu interpretieren. Runde 2 soll daher dabei unterstützen, das Schema „Beschreiben-Interpretieren-Bewerten“ einzuüben, um Vorurteilen und zu schnellem Kategorisieren und Stereotypisieren vorzubeugen.

 

Diese Inhalte stammen größtenteils aus folgender Quelle: https://brainworker.at/wp-content/uploads/brainworker-Whitepaper_Interkultureller_Methodenkoffer.pdf (S. 13)

Das Inklumat-Team hat Ergänzungen und Anpassungen vorgenommen.

  • Dieses Angebot bezieht sich auf die Inklusion von Menschen mit folgenden Behinderungsformen

    • Körperliche Behinderung
    • Lernbehinderung / -schwierigkeiten
    • Psychische (seelische) Behinderung
    • Sinnesbehinderung
      • Hörbehinderung
      • Sehbehinderung
    • Sprachbehinderung

    Weitere Informationen

    Die Übung „BIB“ ist für blinde Menschen leider nicht geeignet. Menschen mit anderen Seheinschränkungen können jedoch gegebenenfalls daran teilnehmen, wenn sie Fotos betrachten und dabei eine starke Lupe oder andere Hilfsmittel verwenden.

  • Gruppengröße

    Die Methode lässt sich in einer großen Gruppe oder in mehreren Kleingruppen umsetzen.
  • Material

    • 1 „Ding der Woche“ beziehungsweise Gegenstand
    • 1 Foto, wenn eine Situation gemeinsam betrachtet werden soll
    • ausreichend Karten und ein Stift zum Aufschreiben der Gedanken

Personalbedarf

Anzahl: 1 Person

Weitere Informationen

Die anleitende Person sollte ein gewisses Vorwissen mitbringen, um das behandelte Thema sensibel an die Teilnehmenden vermitteln zu können.

Zeitaufwand

Vorbereitung: 0,5 Stunde(n)

Durchführung: 0,5 Stunde(n)

Nachbereitung: 0,5 Stunde(n)

In der Vorbereitung wird das „Ding der Woche“ ausgewählt und gegebenenfalls besorgt.

Kostenaufwand

Kosten
kostenlos

Weitere Informationen

Idealerweise wird ein Gegenstand mitgebracht, der nicht extra noch gekauft werden muss. Falls er extra angeschafft wird, können dafür Kosten anfallen. Außerdem können Kosten entstehen, wenn ein Foto verwendet werden soll und noch gedruckt werden muss.

Weitere Informationen

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