Schmecken im Dunkeln

Das Schmecken im Dunkeln sensibilisiert dafür, wie es ist, blind zu sein. Die teilnehmenden Menschen mit oder ohne Behinderungen verbinden sich ihre Augen und essen gemeinsam (zum Beispiel Frühstück oder Abendessen). Durch die Erfahrung, ihren Sehsinn nicht beim Essen verwenden zu können, schärfen sich außerdem die anderen Sinne der Teilnehmenden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Startzeitpunkt für das Anlegen der Augenbinden zu wählen:
Entweder decken die Teilnehmenden den Tisch sehend und verbinden ihre Augen erst danach oder der Tisch wird bereits mit verbundenen Augen gedeckt. So erweitert sich die Selbsterfahrung über das gemeinsame Essen hinaus.

Die Übung kann auch gut allein durchgeführt werden. Man kann sie außerdem mehrfach durchführen und sich so von Mal zu Mal steigern.

Die Teilnehmenden können im Voraus über ihre Erwartungshaltungen, Vorerfahrungen und Bedenken sprechen oder nachdenken. Alternativ können sie die Übung auch einfach ohne Vorgespräch ausprobieren.

Im Anschluss an die Übung kann von den jeweiligen Erfahrungen berichtet werden. Auch ein Vergleich bietet sich an.

  • Dieses Angebot bezieht sich auf die Inklusion von Menschen mit folgenden Behinderungsformen

    • Sinnesbehinderung
      • Sehbehinderung

    Weitere Informationen

    Die Übung wird im Idealfall von einem Menschen mit Sehbehinderung angeleitet beziehungsweise begleitet.

    Werden Essen und Getränke im Voraus für die Teilnehmenden organisiert, muss bei der Bestellung oder beim Einkauf unbedingt auf Allergien und Unverträglichkeiten geachtet werden.

    Bitte beachten: Je nach Behinderungsform kann eine persönliche oder technische Assistenz/Pflege erforderlich sein.

  • Gruppengröße

    1-20 Personen: Die Teilnehmendenzahl hängt von der Größe und Beschaffenheit des Raumes ab. Tischnachbar*innen und anleitende Personen sollten gut zu verstehen sein. Für die Orientierung und die Schärfung des Hörsinns sollten auch die Geräusche während des Essens gut wahrnehmbar sein (zum Beispiel das Einschenken von Wasser oder das Berühren des Tellers mit Besteck).
  • Durchführungsort

    Es wird ein Tisch benötigt, an dem alle teilnehmenden Personen „blind“ essen können. Für die Teilnehmenden müssen außerdem ausreichend Stühle zur Verfügung stehen. Je nach Gericht beziehungsweise Planung kann auch eine Küche mit Ausstattung erforderlich sein.
  • Material

    Zur Umsetzung werden benötigt:

    • Eine Augenbinde pro Person
    • Mindestens ein Tisch
    • Ein Stuhl pro Person
    • Essen nach Wahl oder Zutaten für die Zubereitung
    • Getränke
    • Gegebenenfalls Küche mit Ausstattung

    Empfehlung:
    Es sollten Hand- oder Geschirrtücher vor Ort sein, mit welchen Umgeschüttetes aufgewischt werden kann (zum Beispiel Säfte, Kaffee, Milch).

    Empfehlung 2:
    Falls die getragene Kleidung nicht schmutzig werden darf, sollten Schürzen getragen werden. Alternativ können auch Servietten ausgebreitet werden.

Personalbedarf

Anzahl: 1 Person

Weitere Informationen

Mindestens 1 Person wird benötigt, die den Ablauf anleitet und gegebenenfalls die Reflexion moderiert.

Zeitaufwand

Vorbereitung: 2 Stunde(n)

Durchführung: 2 Stunde(n)

Nachbereitung: 2 Stunde(n)

Die Vorbereitungszeit des gemeinsamen Essens ist abhängig davon, ob die Gerichte gekauft beziehungsweise bestellt oder selbst zubereitet werden.

Sollte selbst gekocht werden, muss nach der Nachbereitung auch Zeit für den Abwasch und das Säubern der Küche eingeplant werden.

Kostenaufwand

Kosten
5 Euro

Weitere Informationen

Die Kosten sind abhängig von der Teilnehmendenzahl und dem Aufwand des Essens.

Die Erfahrung, im Dunkeln zu schmecken, kann man für sich selbst schon ab 5 Euro machen.

Ansprechperson / -organisation

Weitere Informationen

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