Barfußkarawane

Bei der „Barfußkarawane“ werden verschiedene Untergründe intensiv mit den Füßen ertastet und erlebt. Die Methode kann fast überall durchgeführt werden, wo es eine abwechslungsreiche Struktur auf dem Boden gibt. Alternativ kann dafür auch ein Barfußpfad genutzt werden.

Die Teilnehmenden ziehen ihre Schuhe aus und stellen sich hintereinander in einer Reihe auf. Sie bilden also eine Karawane.
Danach ziehen sie sich Augenbinden an. Wer sich die Augen nicht verbinden möchte, kann sie auch einfach schließen und bei Bedarf ein bisschen spickeln. Das Tasterlebnis ist jedoch mit geschlossenen Augen deutlich intensiver.

Die einzelnen Teilnehmenden legen ihre Hände jeweils auf den Schultern der Person vor ihnen ab. Das bietet den Teilnehmenden Halt und sie können schon an der Bewegung der Schultern spüren, ob der Weg auch mal zur Seite, bergauf oder bergab geht. Das ist zum Beispiel hilfreich, wenn es Stufen gibt.

Die Gruppenleitung führt die Karawane an und hat die Augen dabei geöffnet. Gemeinsam geht es im Schneckentempo über das Gelände oder den Barfußpfad. Wenn es jemandem zu schnell geht, ruft die Person sofort „Stopp“ oder „Langsam“. Darauf reagiert die Gruppenleitung und damit die gesamte Gruppe entsprechend.

Wenn der Pfad durchschritten ist, können die Teilnehmenden ihre Augen wieder öffnen beziehungsweise ihre Augenbinden ablegen. Wer möchte, kann den Weg nun noch einmal sehend zurücklaufen und wird überrascht sein, wie anders das Erlebnis dann ist!

Ein Angebot aus dem Heft „Inklusive Methoden für draußen von und für Outdoorfans“ (2021) Kreisjugendring Rems-Murr e.V. Backnang, S. 52.

  • Dieses Angebot bezieht sich auf die Inklusion von Menschen mit folgenden Behinderungsformen

    • Sinnesbehinderung
      • Sehbehinderung

    Weitere Informationen

    Die Strecke, auf der die Methode durchgeführt werden soll, muss vorher abgelaufen und auf Barrierefreiheit geprüft werden: Ist sie für Menschen im Rollstuhl oder mit Gehbehinderungen geeignet? Welche individuellen Bedarfe der Teilnehmenden müssen berücksichtigt werden?

  • Gruppengröße

    Ab 2 Personen: Die Methode eignet sich gleichermaßen für kleine und große Gruppen.
  • Durchführungsort

    Die Strecke sollte so gewählt oder gestaltet werden, dass sie zu den Bedarfen der Teilnehmenden passt. Das betrifft vor allem die Größe und Beschaffenheit der Strecke.
  • Material

    Wenn zur Durchführung der Methode kein Barfußpfad gebaut werden soll, wird kein Material benötigt.

Personalbedarf

Anzahl: 1 Person

Weitere Informationen

Je größer die Gruppe, desto mehr betreuende Personen müssen vielleicht eingeplant werden.

Zeitaufwand

Vorbereitung: 1 Stunde(n)

Durchführung: 1 Stunde(n)

Nachbereitung: 1 Stunde(n)

Vorbereitung: Sichtung einer geeigneten Strecke

Durchführung: kurze Einführung in die Methode, Ablaufen der Strecke, gemeinsame Reflexion

Nachbereitung: keine

Der zeitliche Ablauf gestaltet sich anders, wenn selbst ein Barfußpfad gebaut werden soll.

Kostenaufwand

Kosten
kostenlos

Weitere Informationen

Für die Durchführung dieser Methode fallen keine Kosten an.

Ansprechperson / -organisation

Weitere Informationen

Ehrenamtsbörse „Itimi“
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