8.5 Programmdurchführung: Beobachtung und Steuerung der Gruppendynamik

Steuerung von Gruppen/Konfliktmanagement: Es ist nicht zu vermeiden, dass es während eines Angebots zu Konflikten kommt. Hier müssen die GruppenleiterInnen flexibel auf nichtvorhersehbare Situationen reagieren können. In einigen Fällen ist es dann z.B. wichtig, die jeweiligen Formen der Behinderung zu thematisieren, etwa in Form von Rollenspielen oder als Gesprächskreis (Wissensaustausch). Wichtig ist dabei stets, dass die Kinder und Jugendliche mit Behinderung für sich selbst sprechen.

Stärken behinderter Kinder und Jugendlichen entdecken: Da es häufig um wettbewerbsorientierte Aktivitäten geht, ist es notwendig, im Verlauf der Angebote die Stärken von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung im Team bzw. in der Gruppe aufzudecken und zu thematisieren. Hier ist es oftmals auch wichtig, dass nichtbehinderte Kinder und Jugendliche ein Gefühl dafür bekommen, welchen Barrieren Kinder und Jugendliche mit Behinderung ausgesetzt sind (etwa durch das Fahren eines Rollstuhls). Es kann auch einen positiven Effekt haben, wenn z.B. aufgezeigt wird, was Kinder und Jugendliche mit Behinderung besonders gut können (etwa aufgrund von Blindheit in einer Dunkelaktion sich orientieren zu können). Wichtig ist aber stets, dass die Kinder und Jugendliche mit Behinderung in solche Aktionen einbezogen werden.

Gemeinsamkeiten entdecken und verdeutlichen: Während der Durchführung eines Angebots ist es wichtig, die Gemeinsamkeiten von nichtbehinderten und behinderten Kindern und Jugendlichen stets zu thematisieren (etwa dass zwei Personen mit und ohne Behinderung die gleiche Musik hören oder das gleiche Computerspiel mögen). Nur so können Kreuzkategorisierungsprozesse in Gang kommen, die ein Aufhaben des „Zwei-Gruppen-Denkens“ ermöglichen.

Reflexion und Evaluation des/der Angebots/e im Team: Während sowie am Ende eines Angebots sollte dieses im Hinblick auf Inklusionspotenziale und Gruppenprozesse im Team (Professionelle und Ehrenamtliche) reflektiert und evaluiert werden. Hier ist insbesondere darauf zu achten, Befindlichkeiten, Berührungsängste und Unsicherheiten im Umgang mit Kindern und Jugendlichen zu thematisieren. Es bietet sich an, Fachkräfte der Behindertenhilfe mit in solche Gespräche einzubinden.