Glossar

Das Normalisierungsprinzip drückt aus, dass Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit haben sollen, ein weitgehend normales Leben zu führen. Des weiteren sollte diese Personengruppe als vollständiges Teil der Gesellschaft anerkennt werden mit uneingeschränkten Rechten auf eine normale Lebensführung. Konkret bedeutet dies, dass Menschen mit Behinderung ihren normalen Alltag leben können, einen normalen Lebensstandart haben, die Möglichkeit haben, normale altersgemäße Entwicklungsphasen zu durchlaufen sowie jede Form von Beziehungen einzugehen. Die Wünsche, Bedürfnisse und Entscheidungen von Menschen mit Behinderung müssen beachtet und respektiert werden. Ziel dieses Prinzips ist somit die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die Schul- und Arbeitswelt als auch eine Gestaltung der Bereiche Kultur, Sport, Religiosität, Freizeit und Sexualität nach ihren Vorstellungen.

Die Pädagogik der Vielfalt ist ein von Annedore Prengel entwickeltes pädagogisches Konzept, das im Kern auf die Gleichberechtigung von Verschiedenen/m und damit auf Inklusion zielt.

Paradigmenwechsel bedeutet im Allgemeinen eine grundlegende Änderung des Blick-winkels zu einem gesellschaftlich relevanten Themas. Er  sellt somit die Grundlage für eine Weiterentwicklung des Zusammenlebens dar. Inhalt dieses – auf Behinderung bezogenen – Paradigmenwechsel ist es, dass verschiedenartige Beeinträchtigungen nicht als Hilfebedürftigkeit, biologisches oder medizinisches  sondern hauptsächlich als ein soziales Problem anzusehen sind, welches durch die derzeitige Gesellschaft konstruiert wird.

Bei der persönlichen Zukunftsplanung handelt es sich um Konzept der Inklusion, bei dem in Zusammenarbeit mit verschiedenen Personen die Zukunft eines Individuums geplant bzw. darüber nachgedacht wird. Meist geschieht dies, wenn sich im Leben dieser einen Person etwas ändern soll, wird oder muss. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Individuum leben möchte und welche Unterstützung sie zur Verwirklichung ihrer Lebensentwürfe benötigt. Eine Behinderung spielt bei diesem Konzept nur bedingt eine Rolle.

Durch das am 01. Januar 2008 eingeführte Persönliche Budget können Menschen mit Behinderung anstelle von Dienst- oder Sachleistungen zur Teilhabe an der Gesellschaft eine Geldleistung wählen. Es handelt sich dabei also nicht um eine neue Leistung sondern um eine neue Form der Leistungserbringung, die jedoch beantragt werden muss. Der Budgetnehmer bzw. die Budgetnehmerin kann durch die Auszahlung der Geldleistung nun selbst bestimmen, bei wem und zu welchen Bedingungen er / sie die Hilfe, die im Alltag benötigt wird einkauft. Im Falle des Persönlichen Budgets bezahlt also nicht mehr der übliche Kostenträger (Sozialamt etc.) das Geld an den Leistungserbringer (Ambulanter Dienst etc.) sondern der Mensch mit Behinderung, der seinen Leistungserbringer frei ausgewählt hat. Der Rechtsanspruch des Persönlichen Budgets soll somit die persönlichen Wünsche und Vorstellungen sowie die Selbstbestimmung im Alltag von Menschen mit Behinderung ermöglichen und fördern.

Rehabilitation umfasst alle Maßnahmen, die darauf zielen, körperlich, seelisch oder geistig behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen in die Gesellschaft (wieder) einzugliedern, insbesondere in Arbeit und Beruf.

Die „Self-Advocacy Bewegung“ sowie „People-First Gruppen“ entstanden in den 1970er Jahren in Kanada und stellen einen Zusammenschlauss von Menschen mit geistigen Behinderungen dar um gemeinsame Erfahrungen auszutauschen und um  Interessen selbst zu vertreten. Es ist somit eine Bewegung, in der Betroffene selbst existierende Dienstleistungsangebote und Lebensbedingungen in Frage stellen und die Kontrolle über ihr Leben erhalten wollen. Ziel dabei ist es, die gemeinsamen Interessen selbst zu vertreten und als Teil der Gesellschaft und gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger behandelt zu werden.

Unter Sensibilisierungsstrategien (lat.: sensuns = Empfindung) werden Möglichkeiten verstanden, wie eine Begrifflichkeit, ein Sachverhalt oder auf ein Problem hingeführt oder bewusst gemacht werden kann. Beim Thema „Behinderung“ können solche Strategien verschiedenartig erfolgen und erfreuen sich in den letzten Jahren großer Beliebtheit. Verschiedene Vorgehensweisen können beispielsweise Simulationen wie Rollstuhl- oder Blindenparcours aber auch Dunkelcafes oder Speaking Tours sein.

Sonderpädagogik beschäftigt sich mit Menschen, bei denen ein besonderer Förderbedarf festgestellt wurde. Diese Form der Pädagogik erfolgt meist in Förder- oder allgemeinen Schulen durch entsprechende Lehr- und Fachkräfte. Innerhalb des Bereiches der Sonderpädagogik wird versucht, durch Individuelle Hilfen, Förder-angeboten etc. Menschen mit Behinderung ein entsprechend hohes Maß an schulischer und beruflicher Eingliederung, gesellschaftlicher Teilhabe und selbstständiger Lebensgestaltung zu ermöglichen.

Der Begriff „Stigma“ stammt aus der altgriechischen Sprache und hat die Bedeutung eines Brandmals bzw. Zeichen. Ziel dieser Kennzeichnung bei verschiedenen Personen (z.B. Brandmal für Sklaven, Kranke, Verbrecher etc.) war es, eine klare Abgrenzung zu anderen Grupen und Individuen innerhalb einer Gesellschaft zu ermöglichen. Auch heute wird die Bezeichnung „Stigma“ meist als negatives Merkmal dargestellt. So ist die soziologische Bedeutung beispielsweise das Vorenthalten der vollständigen sozialen Akzeptanz d.h. bestimmten Gruppen und Individuen werden abwertende Merkmale durch große Teile der Gesellschaft zugeschrieben.  

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