Glossar

Die „Self-Advocacy Bewegung“ sowie „People-First Gruppen“ entstanden in den 1970er Jahren in Kanada und stellen einen Zusammenschlauss von Menschen mit geistigen Behinderungen dar um gemeinsame Erfahrungen auszutauschen und um  Interessen selbst zu vertreten. Es ist somit eine Bewegung, in der Betroffene selbst existierende Dienstleistungsangebote und Lebensbedingungen in Frage stellen und die Kontrolle über ihr Leben erhalten wollen. Ziel dabei ist es, die gemeinsamen Interessen selbst zu vertreten und als Teil der Gesellschaft und gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger behandelt zu werden.

Unter Sensibilisierungsstrategien (lat.: sensuns = Empfindung) werden Möglichkeiten verstanden, wie eine Begrifflichkeit, ein Sachverhalt oder auf ein Problem hingeführt oder bewusst gemacht werden kann. Beim Thema „Behinderung“ können solche Strategien verschiedenartig erfolgen und erfreuen sich in den letzten Jahren großer Beliebtheit. Verschiedene Vorgehensweisen können beispielsweise Simulationen wie Rollstuhl- oder Blindenparcours aber auch Dunkelcafes oder Speaking Tours sein.

Sonderpädagogik beschäftigt sich mit Menschen, bei denen ein besonderer Förderbedarf festgestellt wurde. Diese Form der Pädagogik erfolgt meist in Förder- oder allgemeinen Schulen durch entsprechende Lehr- und Fachkräfte. Innerhalb des Bereiches der Sonderpädagogik wird versucht, durch Individuelle Hilfen, Förder-angeboten etc. Menschen mit Behinderung ein entsprechend hohes Maß an schulischer und beruflicher Eingliederung, gesellschaftlicher Teilhabe und selbstständiger Lebensgestaltung zu ermöglichen.

Der Begriff „Stigma“ stammt aus der altgriechischen Sprache und hat die Bedeutung eines Brandmals bzw. Zeichen. Ziel dieser Kennzeichnung bei verschiedenen Personen (z.B. Brandmal für Sklaven, Kranke, Verbrecher etc.) war es, eine klare Abgrenzung zu anderen Grupen und Individuen innerhalb einer Gesellschaft zu ermöglichen. Auch heute wird die Bezeichnung „Stigma“ meist als negatives Merkmal dargestellt. So ist die soziologische Bedeutung beispielsweise das Vorenthalten der vollständigen sozialen Akzeptanz d.h. bestimmten Gruppen und Individuen werden abwertende Merkmale durch große Teile der Gesellschaft zugeschrieben.  

Supported Employment stellt ein Konzept dar, dass im Sinne des Empowerments darauf zielt, Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren. Es umfasst verschiedene, im Einzelfall notwendige Unterstützungsleistungen für Menschen mit Behinderung, damit diese in regulären Betrieben mit nichtbehinderten Menschen bezahlte Arbeit finden und diese dauerhaft ausüben können. Die Unterstützungsleistungen für die Inklusion in den Arbeitsmarkt werden in verschiedenen internationalen und nationalen Gesetzen wie beispielsweise in der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung  und im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) definiert.  

Supported Living meint das Recht für Menschen mit Behinderung auf ein eigenes zu Hause und eine selbstbestimmte Lebensgestaltung. Dabei erhalten die Menschen finanzielle Beihilfe sowie eine umfassende bedarfs- und wunschgerechte Unterstützung. Ferner werden als BürgerInnen akzeptiert, die Ressourcen sowie das Potenzial des Gemeinwesens und soziale Netzwerke gleichberechtigt nutzen können. Als wohnbezogene offene Hilfen kann Supported Living als ein Teil des „Community Care“ beschrieben werden.