Finanzierung von inklusiven Angeboten/Projektarbeit

Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit stehen häufig vor dem Problem, dass inklusive Angebote für Menschen mit Behinderungen zwar not-wendig und erwünscht sind, die Einrichtungen jedoch aufgrund fehlender Geld und/oder Personalmittel diese nur schwer durchführen können. Projektgelder lassen sich durch verschiedene Stiftungen und Fördermittel akquirieren, wenn verschiedene Kriterien erfüllt werden.

Die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit kann mittels Projekte erzielt werden. Dabei kann es sich sowohl um Sensibilisierungsprojekte für die bisherigen BesucherInnen der Einrichtung handelt als auch um Kooperationsprojekte mit Einrichtungen der Behindertenhilfe zur Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung.

Damit die Aktionen allerdings als „Projekt“ definiert werden können, bestehen  verschiedene Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit eine Förderung durch Stiftungen etc. erfolgt:

  • Eindeutige Zielsetzung (die Projektziele müssen überprüfbar sein)
  • Zeitliche Begrenzung (ein Projekt muss einen definierten Anfang und Ende haben)
  • Neuartig (ein Projekt muss aktuelle Trends aufgreifen)
  • Einmalig (ein Projekt kann nicht beliebig wiederholt werden)
  • Begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen (die Projektressourcen müssen während des Planungsprozess definiert werden)
  • Projektorganisation (die Projektorganisation ist von der Einrichtungsstruktur losgelöst)

Neben diesen Kriterien muss ein Projekt in mehrere Phasen unterteilt sein, die sich als Entwicklungs-, Realisierungs- und Abschlussphase definieren lassen. Innerhalb der Entwicklungsphase werden dabei die Projektidee und -ziele sowie die -planung festgelegt. Anschließend kommt es im Rahmen der Realisierungsphase zur Durchführung des Vorhabens, bevor in der dritten Phase, der Abschlussphase das Projekt ausgewertet wird.

Die innerhalb der Projektphase definierten Ziele müssen klar formuliert und messbar sein, damit eine Überprüfung erfolgen kann. Zudem besteht jede Zieldefinition aus mehreren Teilzielen. Hierzu gehören die mittelfristigen Rahmenziele, die durch die Projektleitung definiert werden und die kurzfristig umsetzbaren Ergebnisziele.

Die Finanzierung eines Projektes beginnt mit der Durchführung eines Finanzierungsplans, bei dem anfänglich sämtliche Kosten des Projektes kalkuliert werden müssen. Anschließend werden diese in zwei Sparten aufgeteilt. Zum einen die Kosten, die durch den Träger übernommen werden und alle weiteren Kosten, die noch abgedeckt werden müssen. Durch diese Vorgehensweise wird die eigene Investitionsleistung durch externe Geldgeber sichtbar. Wichtig dabei ist, den „Point of no return“ nicht aus den Augen zu verlieren. Dieser stellt einen Fortschritt bzw. Meilenstein innerhalb der Projektplanung dar, der eine Absage nicht mehr ermöglicht (z.B. Anmeldeschluss bei Freizeit, Reservierung von Übernachtungsmöglichkeiten etc.).

Externe Fördermöglichkeiten für Projekte verschiedener Arten können bei unter-schiedlichen Stiftungen etc. beantragt werden. Dazu gehören beispielsweise:

Die Chancen der Projektarbeit sind vor allem innerhalb der Offenen Kinder- und Jugendarbeit vorhanden und haben eine große Bedeutung für die Einrichtung, die beteiligten Kinder und Jugendlichen und für das soziale Miteinander. So können beispielsweise neue Angebote und Maßnahmen über einen begrenzten Zeitraum getestet werden. Des Weiteren können BesucherInnen der Einrichtung durch Projektarbeit selbst gestaltend aktiv werden und verschiedene Aufgaben innerhalb der einzelnen Projektschritte übernehmen. Zudem bietet Projektarbeit einen Raum für soziales Lernen und somit den Abbau von Vorurteilen zwischen verschiedener Personengruppen, die innerhalb der Offenen Kinder- und Jugendarbeit durch Cliquenbildung etc. häufig vorhanden sind. Dabei können Projekte beispielsweise spezifisch eingesetzt werden, um verschiedenen Gruppen ihre Gemeinsamkeiten bewusst zu machen.

Quellen: 
Antes, Wolfgang (2010). Projektarbeit für Profis – Praxishandbuch für moderne Projektarbeit. Weinheim und München: Juventa Verlag.
Stockinger, Hans Gerhard/Badry, Elisabeth/Knapp, Rudolf (2002). Arbeitshilfen für Studium und Praxis der Sozialarbeit und Sozialpädagogik. Neuwied: Luchterhand Verlag.
Wolf, Max/Krause, Hans-Helmut (2007). Projektarbeit bei Klein- und Mittelvorhaben – Stukturiertes Arbeiten trotz Zeit- und Kostendruck. Renningen: Expert Verlag.