Diversity Management

Diversity Managment ist zum einen als Instrument der Unternehmensführung als auch in verschiedenen Bildungszusammenhängen bekannt. In beiden Bereichen ist „Diversity Managment“ mit dem Versuch verknüpft, grundlegende Fähigkeiten zu fördern, die einen angemessenen Umgang in und mit gesellschaftlicher Vielfalt ermöglichen. Aufgabe des Diversity Managment ist es daher, die Heterogenität der Menschen zu bewahren, wertzuschätzen und als Beitrag zum gemeinsamen Erfolg zu nutzen. Ein wichtiger Gedanke ist dabei die Integration von Minderheiten und das Herstellen von Chancengleichheit. Seine Umsetzung findet das Diversity Managment beispielsweise im Antidiskriminierungsgesetz (AGG), welches in § 1 AGG als Ziel die Beiseitigung von Benachteiligung aus Gründen der Rasse, ethnischen Herkunft Behinderung etc. definiert.

Die Übersetzung des englischen Begriffs Diversity kann mit Heterogenität oder Vielfalt übersetzt werden und beschreibt im Kontext des Diversity Managements eine Geisteshaltung der Wertschätzung von personeller Vielfalt, die sich durch eine besondere Offenheit gegenüber unterschiedlichen Menschen und ihren Besonderheiten charakterisieren lässt.

Aufgrund der globalisierten Märkte und des demographischen Wandels gewinnt Diversity Management für viele Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Erstmals in den 1980er Jahren erkannten Unternehmen in den USA, die ökonomischen Vorteile des Diversity Management. Grund hierfür ist, dass es mit diesem Instrument  besser möglich ist, auf Kundenbedürfnisse einzugehen, da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem gleichen Kulturkreis etc. stammen, wie die Kunden selbst. Unternehmen orientieren sich somit aus ethisch-moralischen, juristischen, imagefördernden und aus wirtschaftlichen Gründen aber auch aufgrund des demographischen Wandels am Grundsatz des Diversity Management.

Transportiert man nun Diversity Managment in den Kontext von Bildung und Pädagogik kann damit eine Heterogenität auf allen möglichen Ebenen verstanden werden. Dies kann beispielsweise die Gestaltung von Kindertagesstätten, die angewandte Didaktit, die Ermöglichung von Lernen oder die Schul- und Organisationsentwicklung stark beeinflussen. Die Perspektive von beispielsweise Menschen mit Behinderungen sollen somit in allen Entscheidungsprozessen präsent sein und mitberücksichtigt werden. Zu den zentralen Themen gehören in diesem Falle die Selbst- und Fremdbestimmung, die Zugänglichkeit und Barrieren sowie die Partizipation und Isoltation. 

Klare Vorgaben zur Umsetzung des Diversity Managements gibt es nicht. Eine Orientierung bieten allerdings folgende Punkte:

  • Entwicklung eines Diversity-Leitbildes
  • Durchführung von Diversity-Trainings
  • Aufdecken möglicher diskriminierender Elemente in bestehenden Systemen
  • Förderung von Netzwerkbildung der Minderheiten
  • Realisierung von Kontrollsystemen für das Diversity Management
Quellen: 
Piltz,C./Borger,B. (2008): Diversity Management. In: Vedder, Günther/Reuter, Julia (Hrsg.): Glossar: Diversity Management und Work-Life-Balance. 2. Auflage. München und Mering: Rainer Hampp Verlag. S. 55 ff.
Weisser, Jan (2005): Behinderung, Ungleichheit und Bildung. Eine Theorie der Behinderung. Bielefeld: transcript Verlag.
Heinrich Böll Stiftung (Hrsg.) (o. Jg.): Diversity Management. Die Macht des Einbezugs. Paul Mecheril. Online im Internet: http://www.migration-boell.de/web/diversity/48_1012.asp. Zugriff: 2013-10-31.
Charta der Vielfalt (Hrsg.) (2011): Diversity-Dimensionen Behinderung. Online im Internet: http://www.charta-der-vielfalt.de/diversity/diversity-dimensionen/behinderung.html. Zugriff: 2013-10-31.
Institut für Interkulturelle Kompetenz & Didaktit (Hrsg.) (o. Jg.): Diversity Management – Kulturelle Vielfalt – Definition. Online im Internet: http://www.ikud.de/Diversity-Management.html. Zugriff: 2013-10-31.
Bundesministerium der Justiz (o.Jg.): AGG §1 Ziel des Gesetzes. Online im Internet: http://www.gesetze-im-internet.de/agg/__1.html. Zugriff: 2013-10-31.