Barrierefreiheit

Barrierefreiheit meint den Anspruch, allen Menschen den gleichen Zugang zur Umwelt und die uneingeschränkte Nutzung von Gütern, Gegenständen und Dienstleistungen zu gewährleisten. Es geht folglich um einen Abbau von Zugangs- und Kommunikationsbarrieren für Menschen mit Behinderung. Alternative Zugangswege für behinderte Menschen gelten nicht als barrierefrei.

Eine Umsetzung der „Barrierefreiheit“ zur Teilhabe von Menschen mit Handicap wird in verschiedenen nationalen und internationalen Regelungen wie beispielsweise dem Behindertengleichstellungsgesetz (§4 BGG) oder der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (CRDP) definiert. So werden im Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG) Gebäude, Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gegenstände, Kommunikationswege und andere gestaltete Lebensbereiche als barrierefrei bezeichnet, die „für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind“ (§4 BGG). Dies bezieht sich dabei auf alle Arten von Behinderung, d.h. neben einer rollstuhlgerechten Bauweise für körperbehinderte Menschen zählt dazu, „die Ausstattung mit akustischen Hinweisen für sehbehinderte oder blinde Menschen, das Vorhalten von Gebärdendolmetschern für hörbehinderte Menschen und der Gebrauch von einfacher Sprache für geistig behinderte Menschen“ (Welke 2007, S. 89).

Laut dem Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG) sind alle öffentlichen Institutionen dazu verpflichtet, Anlagen, Wege, Plätze, Straßen sowie Internetauftritte barrierefrei zu gestalten.

Anders als das deutsche Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) wird innerhalb der UN-Konvention für Menschen mit Behinderung (CRDP) ferner gefordert, dass es keine Unterschiede zwischen Einrichtungen, Produkten und Nutzbarkeit von Gegenständen etc. bei Menschen mit und ohne Behinderungen geben darf. Die Umwelt und Gesellschaft muss so geschaffen sein, dass diese, keine Trennung bzw. Teilung von Menschen mit und ohne Behinderung fördert: „Ziel ist es, den vollen gleichberechtigten Genuss aller Menschenrechte und Grundfreiheiten durch alle Menschen mit Behinderungen zu fördern, zu schützen und zu gewähr-leisten und die Achtung der ihnen innewohnenden Würde zu fördern“ (Artikel 1 CRDP). Daher ist es lt. Artikel 3 und 4 der UN-Konvention notwendig, dass die „Barrierefreiheit“ stärker entwickelt und gefördert werden muss und somit Produkte, Güter, Einrichtungen etc. von Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten und Fertigkeiten genutzt werden können.

Quellen: 
Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit (o. Jg.): Barrierefreiheit. Online im Internet: http://www.barrierefreiheit.de/barrierefreiheit.html. Zugriff: 2013-10-15.
Institut für Menschenrechte (2008): Übereinkommen über die Rechte von menschen mit Behinderungen vom 13. Dezember 2006. Online im Internet: http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dateien/Pakte_Konventionen/CRPD_behindertenrechtskonvention/crpd_de.pdf. Zugriff: 2013-10-15.
Welke, Antje (2007): Barrierefreiheit. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. (Hrsg.): Fachlexikon der sozialen Arbeit. 6. völlig überarbeitete und aktualisierte Auflage, Baden-Baden: Nomos Verlag, S. 88-89.