Glossar

Barrierefreiheit meint den Anspruch, allen Menschen den gleichen Zugang zur Umwelt und die uneingeschränkte Nutzung von Gütern, Gegenständen und Dienstleistungen zu gewährleisten. Es geht folglich um einen Abbau von Zugangs- und Kommunikationsbarrieren für Menschen mit Behinderung. Alternative Zugangswege für behinderte Menschen gelten nicht als barrierefrei.

Das Behindertengleichstellungsgesetz bzw. Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG), welches am 01.05.2002 in Kraft getreten ist, hat zum Ziel, „die Benachteiligung von behinderten Menschen zu beseitigen und zu verhindern sowie die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Menschen am Leben in der Gesellschaft zu gewährleisten und ihnen eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen“ (§1 BGG).

Behinderung wird nicht nur als eine relativ schwere, lang andauernde körperliche, seelische und geistige Beeinträchtigung betrachtet. Eine Person gilt ebenso als behindert, wenn sie aufgrund eines gesundheitlichen Problems oder einer Krankheit das eigene Leben nicht alleine gestalten kann und/oder ihr die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erschwert ist. Zur Behebung, Milderung bzw. Verhütung von Verschlimmerung benötigt die Person Hilfe von Außenstehenden.

Das derzeit dominierende Alltagsverständnis von Bildung meint in erster Linie schulisches Lernen und somit den Erwerb von kognitiven Kompetenzen und die Anhäufung von Wissen. In der Erziehungswissenschaft bzw. Sozialen Arbeit wird Bildung allerdings weiter gefasst: Es geht um eine ganzheitliche Bildung, die sich nicht nur auf die geistigen Fähigkeiten und den formalen Wissenserwerb von Menschen stützt, sondern sich auf alle Lebenskompetenzen bezieht.

Community Care kann mit dem Begriff „Gemeinweseneinbindung“ übersetzt und gleichgestellt werden. Es zielt auf die Ermöglichung einer größtmöglichen Teilhabe und Teilhabequalität im Gemeinwesen für Menschen mit Behinderung, was nicht nur eine Investition in die Schaffung neuer Wohnformen bedeutet, sondern den Aufbau von sozialen Netzwerken und Kontakten im Gemeinwesen gleichermaßen mit einschließt. Als sozialraumorientiertes Steuerungsmodell für Verwaltungen auf lokaler Ebene stellt Community Care einen Rahmen dar, in dem soziale Dienstleistungen flexibel auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen angeboten werden.

Es handelt sich dabei um Reformprozesse der Behindertenhilfe, die darauf zielen, „zentrale überregionale Einrichtungen [und spezialisierte Angebote] für Menschen mit Behinderung in Richtung gemeinwesenintegrierter und regional organisierter Dienste zu verändern“ (Bradl/Küppers-Stumpe 2009, S. 57).

Der Begriff „Disability Mainstream“ ist ein relativ junger Begriff und innerhalb der deutschen Diskussion kaum gebräuchlich. Aus diesem Grund gibt es auch bis heute keine Übersetzung von „Disability Mainstream“ins Deutsche. Jedoch kann der Begriff mit der Zielvorgabe und dem Vorgehen erläutert werden, bei dem die Belange von Menschen mit Behinderung von einer marginalisierten gesellschaftlichen Sichtweise in eine allgemeine gesellschaftliche Angelegenheit überführt werden. Dies kann erreicht werden, indem eine Sichtweise der „Behinderung“ in sämtliche gesellschaftliche Bereiche (Politik, Wissenschaft etc.) verankert wird.

Diversity Managment ist zum einen als Instrument der Unternehmensführung als auch in verschiedenen Bildungszusammenhängen bekannt. In beiden Bereichen ist „Diversity Managment“ mit dem Versuch verknüpft, grundlegende Fähigkeiten zu fördern, die einen angemessenen Umgang in und mit gesellschaftlicher Vielfalt ermöglichen. Aufgabe des Diversity Managment ist es daher, die Heterogenität der Menschen zu bewahren, wertzuschätzen und als Beitrag zum gemeinsamen Erfolg zu nutzen. Ein wichtiger Gedanke ist dabei die Integration von Minderheiten und das Herstellen von Chancengleichheit. Seine Umsetzung findet das Diversity Managment beispielsweise im Antidiskriminierungsgesetz (AGG), welches in § 1 AGG als Ziel die Beiseitigung von Benachteiligung aus Gründen der Rasse, ethnischen Herkunft Behinderung etc. definiert.

Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit stehen häufig vor dem Problem, dass inklusive Angebote für Menschen mit Behinderungen zwar notwendig und erwünscht sind, die MitarbeiterInnen vor Ort jedoch aufgrund fehlender Geld- oder Personalmittel diese nur schwer durchführen können. Daher besteht laut §39 SGB XI Verhinderungshilfe für Menschen mit Behinderung, mit der inklusive Freizeitmöglichkeiten finanziert werden können.

Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit stehen häufig vor dem Problem, dass inklusive Angebote für Menschen mit Behinderungen zwar not-wendig und erwünscht sind, die Einrichtungen jedoch aufgrund fehlender Geld und/oder Personalmittel diese nur schwer durchführen können. Projektgelder lassen sich durch verschiedene Stiftungen und Fördermittel akquirieren, wenn verschiedene Kriterien erfüllt werden.

Seiten